STAGE THEATERPRODUKTION 9./10./12. Okt. 08 KreuzKultur Solothurn

Savannah Bay

von Marguerite Duras

 

 

 

"Savannah Bay" - Eine Schauspielerin "in der Pracht ihres Alters", von ihrer jugendlichen Besucherin in einen Dialog über Liebe, Herkunft, Vergangenheit, Tod verwickelt. Realität und Theater gehen Hand in Hand. Ein Stück mit Lücken - voller Musik, im eigentlichen wie im übertragenen Sinn: Momente des Schweigens, der Stille lassen erleben, was alles nicht gesagt wird, was dieses Nicht alles bedeutet. Ein Stück über die Zeit, die Zeit des Menschen im Angesicht der Liebe, der Erinnerung und des Verlustes derselben.

Spiel: Jeanne Eggimann, Regula Leisibach

Regie: Herbert Fischer

Bühne: Christian Schweizer, Marion Ebert

Ausstattung: Lisa Hutter

Film / Gestaltung: Anouk Aschwanden

Produktionsassistenz: Florence Polyak

Ko-Regie / Produktion: Beatley Mühlemann STAGE

DO   9. Oktober 2008 KreuzKultur Solothurn 20:30 Uhr  PREMIERE

FR  10. Oktober 2008 KreuzKultur Solothurn 20:30 Uhr

SO 12. Oktober 2008 KreuzKultur Solothurn 19:00 Uhr

Vorverkauf (bitte via Internet): www.kreuzkultur.ch Tel. 032 622 24 19


Duras im «Kreuz»


Im «Kreuz» wird «Savannah Bay» mit Jeanne Eggimann in der Hauptrolle gespielt. Herbert Fischer ist Regisseur.
Die Solothurner Theaterschauspielerin Jeanne Eggimann kehrt nächste Woche, nach Jahren mit nur kleinen Rollen, mit einer grösseren Produktion auf die Bühne zurück. In «Savannah Bay» von der Französin Marguerite Duras mimt sie die Madeleine, eine ehemalige, ältere Schauspielerin, die im Dialog mit einer jungen Frau (Regula Leisibach) steht. Die Regie und Inszenierung hat der Münchner Regisseur Herbert Fischer übernommen. Co-Regisseur ist der Solothurner Theaterpädagoge (Leiter der privaten Solothurner Schauspielschule
«Stage»), Regisseur und Schauspieler Beat «Beatley» Mühlemann. Vor drei Jahren kam die Idee zur Inszenierung zum ersten Mal auf, als sich Eggimann und Leisibach in einem Theaterworkshop von Herbert Fischer getroffen haben.
Das Stück «Savannah Bay» ist bedrückend und manchmal verwirrend. Es handelt von Erinnerungen, von schlechten und guten. Der Regisseur hat es teilweise auf Jeanne Eggimann angepasst. Am Donnerstag ist Premiere im Hotel Restaurant Kreuz in Solothurn.

 


Ein Stück über die Erinnerung


Die Solothurner Theater-Schauspielerin Jeanne Eggimann kehrt mit «Savannah Bay» auf die Bühne zurück.
«Savannah Bay» von Marguerite Duras ist kein leichtes Stück, auch nicht für eine erfahrene Theater-Schauspielerin.
Und wenn diese seit acht Jahren keine grösseren Rollen mehr verkörpert hat, erst recht nicht. «Es ist wieder wie von vorne anzufangen», sagt denn auch Jeanne Eggimann. Mit 67 Jahren verkörpert sie die Madeleine, die ehemals grosse Schauspielerin, die sich im Dialog mit einer jungen Frau an ihr Leben erinnert.
Die gleichen Ängste wie zu Anfang ihrer Karriere plagen Eggimann manchmal. Sie liegt nachts wach und die Szenen verwirren sie. Und manchmal bereut sie ein kleines bisschen, dass sie wieder auf die Bühne zurückkehrt. Der dritte Akt aber, der falle ihr leichter zum Lernen als der Rest des Stücks. Monologe statt Dialoge mit vielen Pausen, die das Gespräch konstruieren, seien einfacher zu lernen.
Drei Jahre ist es schon her, dass die Idee zu «Savannah Bay» zum ersten Mal aufkam. Jeanne Eggimann und die Luzernerin Regula Leisibach, die die Rolle der «jungen Frau» spielt, haben sich in einem Workshop des Münchner Regisseurs Herbert Fischer in Zürich kennen gelernt. «Wir müssen etwas zusammen machen», hat Jeanne Eggimann zu Regula Leisibach gesagt. Diese ist dann auf das zwei-Frauen-Stück gestossen.
Herbert Fischer, den Jeanne Eggimann schon aus ihrer Zeit in Berlin kennt, hat die Regie übernommen. Im Solothurner Schauspieler, Theaterpädagogen und Regisseur Beat «Beatley» Mühlemann, hat Fischer einen Co-Regisseur und Produktionsleiter gefunden. Mühlemann führt die Inszenierung im Sinne von Fischer weiter, wenn dieser in München ist.
«Jeder hat einen mehr oder weniger grossen Schatz an Erinnerungen», meint Fischer. Er hat das Stück, eine Geschichte über Erinnerung, teilweise auf Jeanne Eggimann angepasst. Es sei aber nicht so, dass die Schauspielerin sich auf der Bühne selber darstellen würde. «Aber wenn das Gefühl für die Rolle, für die Traurigkeit fehlt, kann ich sie nicht spielen», sagt die Schauspielerin. Das Team hat lange geprobt, am Anfang einmal im Monat, seit kurzem sehr intensiv. In einer Woche ist die Premiere von Savannah Bay.

Eva Berger

Solothurner Tagblatt, 02.10.2008